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Innovation française sur le Pont !

Article rédigé par Hauke Schimdt dans Yacht.

Article rédigé en allemand.

"Französische Evolution am Deck

Doppelt so leicht oder sechsmal so schnell – die automatischen Viergang-winschen von Pontos bringen mehr Kraft oder Geschwindigkeit. Praxistest derModelle Grinder und Trimmer

06.01.2015 Hauke Schmidt 

Optimal für schnelle Wenden: Das Modell Grinder holt die Schot mit sechsfacher Geschwindigkeit ein
Braucht ein Fahrtensegler eine Winsch, mit der sich die Schot sechsmal so schnell dichtnehmen lässt? Vor dem Probeschlag mit den Viergang-Winschen des französischen Branchenneulings Pontos hätten wir diese Frage auch nicht sicher bejaht. Doch der ffekt ist enorm: Beim Wenden oder Halsen mit dem Modell Grinder sind deutlich weniger Handgriffe ötig, und die Manöver laufen selbst mit untrainierten Crews leicht und spektakulär schnell ab. 
Zum Wenden wird die Luvschot direkt in den Selftailer gelegt. Nachdem der Bug durch den Wind ist und die alte Schot losgeworfen wurde, beginnt man unverzüglich Optimal für schnelle Wenden: Das Modell Grinder holt die Schot mit sechsfacher Geschwindigkeit ein zu kurbeln – kein Durchholen per Hand, kein Gefriemel, bis die Kurbel richtig steckt. Man startet entgegen dem Uhrzeigersinn, bis der Widerstand an der Kurbel zu hoch wird, dann ändert man in gewohnter Weise die Drehrichtung und wechselt damit in den zweiten Gang. Wird es auch dort zu schwer, wird die Drehrichtung erneut gewechselt, und die Winsch schaltet in den dritten. Ein weiterer Richtungswechsel legt den vierten Gang ein. 
Anders als bei bisherigen Modellen müssen dazu keine Knöpfe oder Ähnliches gedrückt werden. Vielmehr entscheidet die Last auf der Schot, ob nach dem zweiten der dritte oder wieder der erste Gang folgt.

Sechsmal so schnell

Die 40er-Winsch fördert im ersten Gang 70 Zentimeter Schot pro Kurbelumdrehung. Das ist etwa so viel, wie man beim Durchholen mit der Hand abziehen würde. Nur: Es ist kein weiteres Hantieren mit der Schot oder der Kurbel nötig, sondern es kann in einem Arbeitsgang durchgewinscht werden. Damit steigert sich die Geschwindigkeit so stark, dass die Genua bereits dicht ist, wenn man nach gewohnter Weise damit rechnet, kräftig kurbeln zu müssen.
Nebeneffekt: Mit den Handgriffen fallen auch Fehlerquellen wie ausgerauschte Schoten oder Überläufer weg. 

Angesichts der Leistung der utomatikwinschen erwartet man ein kompliziertes Innenleben. Tatsächlich sind die Unterschiede zu herkömmlichen Modellen erstaunlich gering. So entsprechen die verwendeten Materialien und ersten beiden Getriebestufen nebst den Sperrklinken denen einer Zweigang-Winsch. Die Ähnlichkeit geht so weit, dass sich beispielsweise Sperrklinken von Harken als Ersatzteile verwenden lassen. 

Für die zusätzlichen zwei Gänge der Pontos-Winden sorgt ein in die Hauptwelle integriertes Planetengetriebe, das wie ein Vorgelege eingekuppelt werden kann. Dazu kann sich der Antriebszahnkranz in der Trommel um etwa zehn Grad drehen. Je nach Zug auf der Schot steuert diese Bewegung die Position der Kupplung. Wobei ein Federmechanismus sicherstellt, dass die Winsch nur im lastfreien Zustand beim Ändern der Kurbelrichtung schaltet.

Winch grinder

Getriebe und Sperrklinken der Winschen entsprechen dem erprobten Zwei­gang-Standard. Je nach Last auf der Schot schaltet sich eine robuste Planeten-Stufe davor.

Ein Planetengetriebe auf der Hauptwelle verdoppelt die Zahl der Gänge, es wird über eine stabile Klauenkupplung zugeschaltet.

Vierfache Kraft 

Neben dem auf Geschwindigkeit optimierten Modell Grinder können die Winschen auch in einer Trimmer genannten Ausführung geordert werden. Dann entsprechen die ersten beiden Gänge denen einer herkömmlichen Winsch, und die Planetenstufe bringt mehrals die doppelte Kraft. Sprich: Aus der 40er-Winsch wird im dritten Gang eine 112er. Prinzipbedingt ist der vierte Gang wieder schwächer untersetzt und eignet sich daher, um die Schot schnell dichtzupumpen. 

In der Praxis laufen die Manöver wie mit einer klassischen Zweigang-Winsch ab, nur dass der enorme Kraftzuwachs im dritten Gang dafür sorgt, dass sich selbst große Genuas extrem leicht dichtwinschen lassen. 

Die Grinder-Variante haben wir auf einer JPK 10.80 ausprobiert, wohingegen die Trimmer-Version als Genuawinsch auf einer älteren Sun Odyssey 40 montiert war. Angesichts der großen, überlappenden Genua der Sun Odyssey war die zusätzliche Kraft beim Dichtkurbelnwillkommen, dennoch machte die Grinder-Variante mit ihren unterbrechungs-freien Manövern einen noch besseren Eindruck. Mit ihr lassen sich auch Gennaker und Rollgenuas blitzschnell und bequem einwickeln. 

Derzeit sind die Viergang-Modelle Grinder und Trimmer in den Größen 40, 46 und 52 erhältlich. An einer Zweigang-Kompakt-Version in 32er-Größe mit doppelter Geschwindigkeit und der Kraft einer 45er-Winde wird gearbeitet. In Deutschland sind die Pontos-Winschen über den Ausrüster Wendel & Rados in
Greifswald erhältlich. Die Preise beginnen bei 1300 Euro, das ist deutlich mehr als eine Zweigang-Winsch kostet. Man erhält aber auch ein wesentlich leistungsfähigeres Produkt, das die Arbeit an der Kurbel enorm erleichtert und sogar eine E-Winde ersetzen kann.

Hauke schmidt